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Wasserkuppe Pfingstwettbewerb 2026

Eine Veranstaltung voller Überraschungen

Fliegerlager am Südhang
Die erste Überraschung war die hohe Teilnehmerzahl. 29 Modellflugpiloten hatten den Weg in die Rhön angetreten und sich für den traditionellen Pfingstwettbewerb angemeldet. Das waren deutlich mehr als in den vergangenen Jahren und auch mehr als die Veranstalter erwartet hatten.
Handstart
Pünktlich um 10:00 Uhr begann der Wettbewerb mit dem ersten Wertungsflug.
Der Pfingstpokal ist ein Hangflugwettbewerb für reine Segelflugmodelle. Die Aufgabe besteht aus dem Start des Modells aus der Hand, 200 sec. Segelflug und der Landung an einer ca. 10 m langen Landelinie. Motorantriebe sind nicht erlaubt. In der Segelflugphase dürfen nur Hangaufwind und Thermik ausgenutzt werden, um genügend Höhe für einen sauberen Landeanflug zu gewinnen.
Mit 200 sec. Flugzeit erreicht man 200 Wertungspunkte. Für jede Sekunde, die man kürzer oder länger fliegt, wird davon ein Punkt abgezogen. Weitere 50 Punkte kann man mit der Landung erzielen, wenn man sein Modell exakt auf der Landelinie zur Ruhe bringt. Für je 10 cm Abweichung wird ein Punkt abgezogen.
Für Sonnenanbeter konnte das Wetter nicht schöner sein - der Himmel tiefblau, von einem Horizont bis zum anderen und Sonnenschein ohne Ende.
Für uns Modellflieger (von unserem Verein waren Karl, Markus, Michael und Wolfgang dabei) stellte es sich aber überraschenderweise als extreme Herausforderung dar, denn der vom Wetterbericht versprochene Südwind entpuppte sich als laues Lüftchen, das zeitweise ganz einschlief oder auf die falsche Richtung, nämlich auf Westen, drehte.
Wer Glück hatte und ein superleichtes Modell, konnte in mäßigem Hangaufwind die geforderte Flugzeit  erreichen. Meist reichte die erflogene Höhe dann aber nicht für die Landung im Landefeld. Bei Flaute oder falscher Windrichtung blieb nur die Möglichkeit, weit draußen über dem Tal nach Thermik zu suchen.

Modellflieger am Südhang
Den wenigsten Teilnehmern gelang es im ersten Durchgang, ihr Modellflugzeug im vorgesehenen Landefeld zu landen. Die meisten mussten ihr Modell mangels Aufwind weit unten im Tal notlanden.

Auch als Wolfgang zu seinem ersten Wertungsflug startete, waren die Bedingungen äußerst ungünstig. Ein schwaches Lüftchen wehte aus Westen und konnte am Südhang keinen Auftrieb erzeugen. So steuerte er sein Segelflugmodell "Explorer" unter stetigem Höheverlust über das Tal vor dem Südhang, bis er weit draußen ein thermisches Aufwindgebiet fand, in dem er seinen Flieger kreisen ließ. Der Aufwind war stark genug und so gelang es ihm, genügend Höhe für eine saubere Landung im Landefeld herauszufliegen. Die Zeitvorgabe hatte er mit nur drei Sekunden Abweichung gut erfüllt. Allerdings war der Abstand zur Landelinie doch so groß, dass er nur die Hälfte der möglichen Landepunkte erreichte. Das war kein optimales, aber doch ein brauchbares Ergebnis im ersten Durchgang und eine solide Grundlage für den Rest des Wettbewerbs.

Die Mittagspause haben wir genutzt, um mit dem ganzen Tross an den Nord-West-Hang bei der Abstroder Kuppe umzuziehen. Hier passte die Windrichtung besser, aber die Windstärke war meist immer noch zu gering, um ein Modellflugzeug im reinen Hangwind steigen zu lassen. Auch hier musste man thermischen Aufwind finden, um die Flugaufgabe bewältigen zu können.
Ziellandung
Als Wolfgang die Startfreigabe für seinen zweiten Wertungsflug bekam, war am Hang wieder absolute Flaute. Schon kurz nach dem Start konnte er seinen Explorer von oben anschauen. Wie im ersten Durchgang blieb nur eine Möglichkeit: Hoffnungsvoll das Modell weit hinaus über das Tal steuern, Thermik finden und in der Thermik kreisen lassen. Markus, der Routinier unter uns Hangfliegern, gab als Coach im richtigen Augenblick den entscheidenden Rat: "Jetzt die Kreisrichtung ändern!" Durch dieses Manöver brachte Wolfgang seinen Explorer ins Zentrum des Aufwindfeldes. Das Modell gewann schnell wieder genügend Höhe, und Wolfgang konnte es auf die Sekunde genau nach der geforderten Flugzeit mit nur 6 cm Abstand zur Ziellinie landen. Mit 249 von 250 möglichen Punkten war Wolfgang Durchgangsbester.
Der dritte Durchgang wurde bei den gleichen schwierigen Bedingungen von Karl dominiert. Mit seinen 96 Lebensjahren und ganz, ganz viel Flugerfahrung wurde er Durchgangsbester und erreichte am Ende den 11. Platz unter 29 Teilnehmern.

Gesamtsieger im wie immer hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld wurde dann doch Wolfgang. Wieder ein großer Erfolg des Flugsportverein-Dreieich-Teams, zu dem Markus und Michael als Coaches erheblich beitrugen.
Überrascht hat, dass nicht das allerneueste High-Tech-Material nötig war, um den Wettbewerb zu gewinnen. Schließlich trat Wolfgang mit einem 15 Jahre alten Modell an, das mehr als 2 kg auf die Waage bringt, während einige Konkurrenten mit modernsten Fliegern antraten, die bei gleicher Größe nur gut halb so viel wiegen.

Bei der Siegerehrung dann die letzte Überraschung: Da die Veranstalter nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet hatten, waren nicht genügend Urkunden für alle vorrätig.
WaKu Pfingst-Pokal 2026 WaKu Pngstpokal Siegerfoto

 

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